Viola's Fashionblog

BLOOMING LIFE

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Heute melde ich mich mal wieder zurück. Ich werde immer häufiger darauf angesprochen was mein Blog eigentlich so macht, und jedesmal weiß ich nicht was ich darauf antworten soll.

Und “Was macht mein Blog eigentlich???”…

Eigentlich benutze ich ihn hauptsächlich dafür, schöne Dinge an einem Ort aufzubewahren, an dem ich immer wieder darauf zurückgreifen kann und somit ein kleines “Lookbook” habe von Dingen die ich toll finde. Und in letzter Zeit, so traurig es klingt, hatte ich keine Dinge die ich toll fand und die ich hier aufbewahren wollte. Und der Gedanke daran dass wirklich Menschen hier meine Gedanken, die mir so durch den Kopf gehen und mir so durcheinander vorkommen, lesen…ist ein ganz komisches Gefühl und doch ganz ganz arg schön. Neulich hat eine wirklich gute Freundin zu mir gesagt, dass genau das, dieses “einfach-drauf-losschreiben”  so authentisch sei und die meisten eigentlich nur sowas lesen wollen. Authentische Gedanken ohne Punkt und Komma.

Jedenfalls durchlebe ich seit 6 Monaten eine Zeit, in der ich mich selbst überhaupt nicht wiedererkenne. Ich hab meine Ausbildung beendet und habe plötzlich keine Aufgabe mehr gehabt. Ich hatte mein ganzes Leben über immer einen genauen Plan. Ich wusste was ich wollte und was nicht. Und vor 6 Monaten stand ich das erste Mal an diesem Punkt, an dem ich absolut keinen Plan hatte wie es weiter geht. Es hat einfach nichts gepasst und plötzlich wusste ich nicht mehr was ich will, wer ich bin und ob ich diejenige sein möchte, die ich jetzt nun schon 21 Jahre lang bin. Ich habe seit 6 Monaten kein Buch mehr angefasst und gelesen. Habe keine Fotos mehr mit meiner Kamera gemacht. Habe mein Ideenbuch tief in meinem Zimmer vergraben. Habe meine Polaroid Kamera in eine Kiste gesperrt. Bin mit meiner Familie auf eine Alm gefahren in der Hoffnung, meine Gedanken sortieren zu können. Und ich habe sie nicht sortieren können. Habe mich bei Menschen nicht mehr gemeldet die mir wichtig sind. Habe wunderbare Freundschaften geknüpft und genauso verloren. Habe meinen Geburtstag nicht gefeiert obwohl das mein Lieblingstag ist. Habe aufgehört meine Lieblingsmusik zu hören und angefangen “Charts-Playlisten” zu hören, in der Hoffnung eine neue Richtung zu finden. Habe versucht meinen Stil zu ändern. Hab mir erst jetzt Ende Januar einen Kalender für das Jahr 2017 zugelegt. Habe Geburtstage vergessen. Hab vergessen wie man zeichnet. Hab meinen Aquarellkasten einstauben lassen. Hab aufgehört Blogs zu lesen. Und die aktuelle Vogue liegt schon lange nicht mehr auf meinem Schreibtisch. Ich hab mich noch nie so fehl am Platz gefühlt. Habe mit niemandem wirklich über diese Zeit gesprochen. Habe 1000 mal gesagt dass ich mich bewerben möchte. Habe drei Monate gebraucht um meine Bewerbungen fertigzustellen. Habe meine Familie in ganz Deutschland besucht. Habe gemerkt dass Familie das allerwichtigste ist. Ich bin Patentante geworden und bin so glücklich darüber. Habe gemerkt dass Kinder etwas wunderbares sind, obwohl ich Kinder eigentlich nicht mag. Hab angefangen Tee zu trinken, obwohl ich ein absoluter “Kaffe-Suchti” bin. Es langweilt mich einen Film anzuschauen. Nach 30 Minuten mache ich etwas anderes. Habe mein Fahrrad verloren. Hatte schlaflose Nächte in denen ich über mein nichtvorhandenes Leben nachgedacht  habe. Habe Witze über meine Situation gemacht obwohl ich sie absolut nicht witzig finde. Habe darüber nachgedacht aus Deutschland auszuwandern. Hatte alleine bei dem Gedanken schon Heimweh. Habe gemerkt dass ich mein Zuhause liebe. Habe ein Kinderbuch geschrieben, dass ich noch niemandem gezeigt habe. Und während all dem habe ich versucht mich selbst zu finden und zu entscheiden was ich eigentlich jetzt machen möchte. Ich habe tausendmal meine Richtung und mein Ziel verloren. Habe angefangen an mir zu zweifeln. Habe Dinge getan, die ich nie wieder machen möchte. Habe aufgehört spontan zu sein, jedoch ist “Das Leben planen” auch keine Stärke von mir.

Ja. Ich denke man nennt diese Situation das “pure Leben”. Und ich glaube dass diese Phase im Leben ganz arg wichtig ist, um eben herrauszufinden was man möchte und was nicht. Und langsam habe ich wieder eine Richtung gefunden die mir gefällt. Ich habe zwar noch immer kein Ziel. Und ich hab auch immernoch nicht ganz den richtigen Weg gefunden. Dennoch weiß ich jetzt was mir wichtig ist, nach welchen Dingen ich suchen möchte, dass ich nicht aufhöre nett zu Menschen zu sein (ich wurde tatsächlich mal dafür kritisiert, dass ich zu jedem Menschen nett sei. Und ich verstehe bis heute nicht was in dieser Person vorgeht. Aber wie kann denn “nett sein” falsch sein..), dass jeder Mensch eine prägende Geschichte hat, dass es eine Verschwendung ist sich über alles mögliche aufzuregen, dass man nicht aus allem ein Drama machen muss (ich mache gerne aus allem ein Drama ;-)), dass wahre Freundschaften das schönste auf der Welt sind, dass es immer einen Grund zum lachen gibt und dass ich diese Gedanken mit euch teilen möchte, weil ich mir damals jemanden gewünscht hätte der genau das zu mir sagt.

Ihr Lieben, eigentlich teile ich solche Gedanken mit niemandem. Doch heute ist so ein Tag an dem ich ein paar Dinge in meinem Leben sortiere und wenn ich diese Gedanken hier aufschreibe, erleichtert es mir dies um einiges. So. Das wars. Die puren Gedanken und Gefühle. Ich wünsch euch was. Und bis bald.

Vielen Dank fürs “zuhören” ;-)

XOXO

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